Deutschlands U25 Springpokal der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport, Preis der Familie Müter, hat einen neuen Sieger. Das heißt, eigentlich ist es der alte Sieger. Richard Vogel sicherte sich zum dritten Mal den Sieg beim Finale in Aachen.


Sein Name sagt?s schon: Richard Vogel ist ein Überflieger. 2018, 2019 und 2021 ? dreimal hat der 24-Jährige nun Deutschlands U25 Springpokal der Stiftung deutscher Spitzenpferdesport, Preis der Familie Müter, gewonnen. Nur 2020 hatte er ausgesetzt, als das Finale in Riesenbeck stattfand. Heute saß er im Sattel des zehnjährigen Westfalen Caramba v. Comme il faut und schnappte sich nach einem ebenso schnellen wie stilistisch schön anzusehenden Ritt mit zwei Sekunden Vorsprung die Siegerschärpe vor seinen fünf Konkurrenten im Stechen.

Seit Vogels erstem Triumph hat sich einiges getan in seinem Leben. 2018 ritt er noch für den Stall Beerbaum. 2019 war er bereits selbstständig. Und seit 2020 arbeitet er zusammen mit David Will. Gemeinsam leiten sie die Equestrian GmbH mit Sitz auf dem Hofgut Dagobertshausen in Hessen, wo sie ein wachsendes Team an Reitern mit herausragenden Erfolgen sind.


Zu jenem Team gehört auch die Zweitplatzierte, Sophie Hinners (23), auf der neunjährigen Hannoveraner Grey Top-Tochter Grace. Hinners, die nicht nur beruflich, sondern auch privat mit Vogel liiert ist, hatte mit 53,03 Sekunden eine super Runde vorgelegt. Aber ihr den Sieg zu überlassen ? den Gefallen tat ihr Freund ihr nicht. Das fand sie allerdings vollkommen okay so. ?Ich freue mich, dass wir Erster und Zweiter geworden sind. Wie rum das ist, ist am Ende vollkommen egal.?

Außerdem hat sie an diesem Wochenende noch mehrfach die Gelegenheit, eine Ehrenrunde in der Soers zu drehen, denn sie darf auch in der großen Tour an den Start gehen. Etwas, was für Richard Vogel theoretisch auch möglich gewesen wäre, erzählte er. Aber derzeit habe er keine Pferde, die dafür infrage gekommen wären. ?Aber der Rolex Grand Prix ? klar ist das irgendwann ein Ziel. Diesmal wäre das allerdings noch vermessen gewesen.?


Riesengroß war auch die Freude der Reiterin auf Rang drei, Franziska Müller (22), mit der Cornado-Tochter Cornado?s Queen. Die beiden sind seit langem ein Team, haben schon in der Junge Reiter-Tour zahlreiche Erfolge errungen und waren nun zum ersten Mal in der Soers am Start. ?Da hat man schon Herzklopfen?, gab sie zu. Aber vor allem habe es ihr und ihrem Pferd Spaß gemacht auf dem großen Platz. Das sah man den beiden an und das sah man auch am Ergebnis: 53,55 Sekunden.


Die weiteren drei Reiter im Stechen waren Manuel Feldmann und Daydream, die mit fehlerfreien 54,85 Sekunden Vierte wurden. Dicht beisammen lagen die Paare auf den Plätzen fünf und sechs, die beide einen Abwurf hatten: Robin Naeve auf der Casall-Tochter Casalia mit 58,73 Sekunden und Sönke Fallenberg im Sattel von Chakira TF mit 58,86 Sekunden.