Warendorf (fn-press). Endlich wieder Turnier! Wenn die Saisonplanung fertig ist, alle Formalitäten erledigt sich und sich Pferd und Reiter gut vorbereitet fühlen, kann es endlich losgehen. Peter Teeuwen, Bundestrainer der Nachwuchs-Springreiter, gibt Tipps, worauf man beim ersten Turnierstart achten sollte.


Tipp 1: Was ist als erstes zu tun?

Peter Teeuwen: ?Wichtig dabei ist zunächst das Zeitmanagement. Vor der Prüfung muss ich rechtzeitig da sein, um in der Meldestelle alles abklären zu können, die Startbereitschaft zu erklären, um mein Pferd fertigzumachen, den Parcours abzugehen und mein Pferd vorzubereiten. Das Zeitfenster solltet ihr also immer so wählen, dass ihr dem Pferd genügend Zeit gebt, sich an die Umgebung zu gewöhnen, sich zu akklimatisieren, auch innerhalb der kurzen Zeit, die dafür zur Verfügung steht. Oftmals ist der Vorbereitungsplatz ja etwas kleiner, so dass nicht so viele ihn gleichzeitig nutzen können. Wenn ihr aber wisst, dass euer Pferd etwas länger braucht, könnt ihr ihn schon früher satteln, auf dem Anhängerparkplatz noch etwas im Schritt reiten und das Pferd ein bisschen gucken lassen.?


Tipp 2: Wie bereite ich mich auf meinen Start vor?

Peter Teeuwen: ?Auf dem Vorbereitungsplatz selbst heißt es dann wieder vom Leichteren zum Schwereren. Die meisten Sprünge, die man hier macht, sind nicht für das Pferd notwendig, sondern für den Kopf des Reiters. Es ist aber wichtig, gut mit den Kräften des Pferdes zu haushalten, denn sie sollen ihre Leistung ja im Parcours bringen. Sie sollen natürlich gut gelöst und aufgewärmt sein, dazu gehört auch das Springen, aber man sollte sich genau überlegen, wieviel ist überhaupt nötig, bis man soweit ist, in den Parcours zu reiten. Vielleicht genügen ja zwei Kreuze, danach zwei, drei Steilsprünge und dann auch zwei, drei Oxer, bevor ich nochmal eine kleine Pause mache und das Pferd noch etwas durchatmen lasse. Und dann nochmal zwei etwas höhere Sprünge auf Prüfungsniveau, um schließlich mit einem guten Gefühl in den Parcours einzureiten.?


Tipp 3: Was muss ich beim Abgehen des Parcours beachten?

Peter Teeuwen: ?Nehmt euch die Zeit, den Parcours für euch selbst abzugehen, lauft nicht einfach den anderen hinterher. Überlegt euch, was nötig ist, was ihr wissen müsst für den Parcours: von der Linienführung her bis zu den einzelnen Sprünge mit ihren Nummern. Sucht euch Fixpunkte, um eine möglichst optimale Linie zu finden. Diese Punkte erinnern euch im Parcours daran, wo der ideale Weg langgeht. Versucht einmal, die Sprünge nacheinander aufzuzählen und zwar anhand der Farben der Sprünge und nicht nach den Nummern. Das hilft, wenn man mal die Nummer vergessen hat. Und schon beim Parcoursabgehen gilt: Konzentration ist alles, damit steht und fällt der Parcours.?


Tipp 4: Wie gehe ich mit Fehlern um?

Peter Teeuwen: Ihr solltet euch natürlich ein Ziel setzen, aber ihr solltet die Erwartungshaltung nicht zu hoch setzen. Selbst wenn mal ein Fehler passiert ? das ist ganz normal und gehört zum Lernprozess dazu. Das ist schon allen einmal passiert. Ganz wichtig: Lernt aus euren Fehlern, baut euch die Situation zuhause nochmal wieder auf und löst die Aufgabe in Ruhe im Training ? dann klappt es beim nächsten Mal auch auf dem Turnier. Damit wünsche ich allen viel Glück auf dem Turnier. Und denkt immer daran: Auch die Großen haben einmal klein angefangen!?